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Wildkräuterei Köln

Ich starte meinen Interview - Blog. Wow. Das hat gedauert.. .

 

Wildkräuter: ungewöhnlich gewöhnlich

 

Über die Sehnsucht nach Natur, die Freude nicht abhängig zu sein, etwas selber zu machen, zurück zu altbekannten Rezepten. Genau das erlebt man in der Wildkräuterei.

 

http://wildkraeuterei-koeln.de/

 

Und ich traue mich oft immer noch nicht einfach loszuziehen und die erklärten Wildkräuter in der Umgebung zu pflücken. Die Angst ist zu groß, dass man etwas verwechselt. Eine Angst, die zeigt, wie weit man weg ist von der Natur. Genau hinzuschauen ist so wichtig. Aber auch einfach. Diese eigene Distanz zur Natur abzubauen hilft Mica ihren Workshops in der Wildkräuterei

 

Hallo Mica,

 

anbei meine 5 Fragen:

 

1. Was hat Dich inspiriert Wildkräuterpädagoge zu werden?

 

Es sind jetzt fast 10 Jahre her, da habe ich bei einer Tageszeitung die Gartenseite mitbetreut und zu allerlei Themen geschrieben. Für eine kleine Reportage, bin ich damals mit einer Wildkräuterexpertin mitgegangen. Ich war Teil einer Gruppe, die mit Ihr einen Tag in der Eifel verbracht hat. Wir haben Wildkräuter gesammelt und danach kleine Köstlichkeiten daraus gemacht. Schwer zu beschreiben, wie sehr mich dieser Tag geflasht, wie sehr mich diese Kräuterfrau mit Ihrem Wissen beeindruckt hat. Ich hatte einfach mein Thema gefunden. Ich wollte das alles auch wissen und auch können.

 

3. Was sind Deine Ziele und die Motivation für die nächsten 5 Jahren in Bezug auf die Wildkräuterei?

 

Ich möchte die WILDKRÄUTEREI als Seminarhaus noch bekannter machen und das Angebot noch breiter gestalten. Dazu möchte ich gerne noch mehr meiner Schülerinnen und Schüler einbinden, die bei mir Ihre Ausbildung zum "zertifizierten Kräuterpädagogen" machen. Ich möchte die Helden der Wildkräuterszene nach Köln holen. Zusammen mit meiner Kollegin Tine Knauft, haben wir in diesem Jahr Jürgen Feder und Celia Nendwig dazu bewegen können zu uns nach Köln zu kommen. Das sind besondere Menschen, für die wir sonst weit fahren müssen um von ihrem Wissen zu profitieren. Grundsätzlich habe ich 1000 Ideen, was man noch alles machen könnte. Aber die WILDKRÄUTEREI bin nur ICH. Und meine Zeit und meine Kraft hat leider, leider Grenzen.

 

4. Essbare Stadt – inwiefern ist das auch Dein Thema?

 

Eine Sache für die ich mich gerne aktiv einsetzen würde in meiner Stadt! Ich schaffe es aber nur die Aktivitäten des "Ernährunsrates" genau zu verfolgen. Ich bin Fan, der Menschen die sich da engagieren. Und klar, wünsch ich mir, dass die Stadt mehr Grünflächen sich selbst überlässt, mehr Wildkräuterwiesen anlegt - und zwar nicht nur an vielbefahrenen Straßen ;-) Wenn ich Menschen dazu befähige, sich Wildkräuter aus der Natur zu holen, wäre es ja auch schön, sie hätten dazu auch mehr passende Flächen in der Stadt.

 

5. Gehen bei der aktuellen Natur -und Stadtraumdiskussion die Anbindung und die Probleme an den ländlichen Raum nicht gerade unter? 

 

Sehe ich nicht. Der "Ernährungsrat" der Stadt Köln kümmert sich um beides. Ziel ist ja den ländlichen Raum in der näheren Umgebung wieder viel mehr an die Stadt zu binden.  Die Stadt soll sich aus der Region ernähren. Die Bauern und Erzeuger sind da in die Diskussion und in die Planungen mit einbezogen. Deren Schwierigkeiten werden gehört.

 

6.Ist das nicht auch ganz schön viel Wohlstandsgedöns? Die Leute könnte ja auch aufs Land ziehen und der Natur näher sein. Stattdessen wohnen sie in naturfernen Räumen und besuchen Naturkurse?

 

Wohlstand ist, wenn Jeder leben kann wie er will, oder? Und ist wirklich jeder der "Natur nah", der auf dem Land wohnt? Ist die Stadt echt "naturfern", wenn man liest, dass hier die Artenvielfalt größer ist als auf dem Land mit ihrer Monokultur und industriellen Landwirtschaft? Die Sehnsucht des Stadtmenschen sich wieder mehr mit der Natur zu verbinden ist da! Eine wunderbare Entwicklung für jeden einzelnen und für die Stadt. Ich füttere diese Sehnsucht mit den Angeboten der WILDKRÄUTEREI. Ich bilde Menschen aus, die in ganz NRW ausschwärmen und das gleiche mache. Ich habe das Gefühl, da passiert was Sinnhaftes. 

 

7. Welche Materialien/Produkte werden aus Wildkräutern gemacht? Gibt es da Innovationen?

 

Ich würde sagen: Ganz im Gegenteil ;-) Vergessenes Wissen wird wieder lebendig. Uralte Verfahren zur Herstellung von Salben, Cremes und das Wissen der Volksheilkunde werden hier recherchiert und den Menschen in Seminaren und Workshops vorgestellt. Selber machen wird propagiert. Das Einfache wieder wertvoll gemacht.

 

Innovatives gibt es eigentlich nur im Bereich der Kochkurse. Denn in der Zwischenzeit beschäftigen sich Spitzenköche mit Wildkräutern. Wir haben uns da sehr weit entfernt von jeder Art "Öko-Küche" und suchen ständig nach neuen Rezepten.

 

8. Deine Lieblingswildkräuter und warum?

 

Mein Lieblingswildgemüse ist Wiesenbärenklau. Mein Lieblingswildgewürz Gundermann. Mein Lieblingssalatkraut ist junger Giersch. Mein Lieblingssuppenkraut ist Spitzwegerich? Jedes Kraut für sich, richtig zubereitet - ist einfach lecker!

 

9. Dein Lieblingsrezept?

 

Die einfachsten Rezepte sind meist unschlagbar! Ich liebe Scharfgarbe in Rührei oder Wildkräuter Pesto an Kartoffeln.

 

10. Bist Du eine Kräuterhexe?

 

Was soll das sein?

 

Sind doch ein paar Frage mehr geworden. Mein erstes Interview. 1000 Dank an Mica.

 

Wenn jemand das hier irgendwann in den Weiten des Internets finden sollte. Und auf meine noch kleine digitale Insel stößt, nicht daran vorbeisurft, sondern vielleicht einen kurzen Stopp einlegt, dann Ich freu mich sehr über Rückmeldungen und Rezeptideen.

 

Herzliche Grüße Eva

 

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